Ziehklingen

Abrichten

Da Ziehklingen in der Regel gestanzt werden, müssen die Kanten mit einer Feile oder einem Diamantblock nachgearbeitet werden, um eine gleichmäßig rechtwinklige Kante zu erhalten. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten. Es gibt Feilenhalter, die einen 90°-Anschlag aufweisen, mit denen auch Ungeübte die Feile sicher führen können. Die einfachste und kostengünstigste Variante ist jedoch, die Ziehklinge zwischen zwei Holzabschnitte zu spannen.

  • Suchen Sie zwei Holzabschnitte (90°-Kante oben) oder Plattenreste, mit denen Sie die Ziehklinge im Schraubstock fixieren können (alternativ kann die Ziehklinge samt Abschnitten auch mit einer Zwinge an einen größeren Balken geklemmt werden)
  • Lassen Sie die Ziehklinge circa 1 mm überstehen
  • Nehmen Sie nun mit der Feile den überstehenden Teil der Ziehklinge ab, bis die Ziehklinge fast bündig mit den Zulagen ist
  • Die Züge sollten in Längsrichtung bzw. unter leichter Schrägführung ausgeführt werden, bis die Feile fast auf den Zulagen aufliegt
  • Durch die Holzzulagen haben Sie nun eine große Auflagefläche, die eine einfache 90°-Führung der Feile sowie des Steins ermöglicht

Feinschliff der Schneide

  • Halten Sie den Kombinationsstein in der Hand und schleifen Sie entlang der vorher geschaffenen Auflagefläche (Ziehklingen-Zulagen-Paket im Schraubstock)
  • Einige Züge mit der 1000er und anschließend 6000er-Seite genügen
Feinschliff der Schneide

Anziehen des Grates

  • Die Ziehklinge wird nun zwischen den Zulagen weiter nach oben geschoben
  • Je nach gewünschter Gradzahl (in der Regel 10-15°) wird der Überstand der Ziehklinge gemessen
  • Legen Sie den Abziehstahl dazu neben der Ziehklingenkante auch auf die Zulagenkante; im Querschnitt betrachtet, kann der Winkel abgeschätzt werden
  • Beim Ziehen entlang der Holzkante wird so ein gleichmäßiger Winkel erreicht
  • Ziehen Sie den Abziehstahl unter ausreichendem Druck ohne Unterbrechung über die gesamte Kante (leichtes Schrägziehen ermöglicht die Auflagengenauigkeit auch am Ende der Ziehklinge)

Prüfen des Grates

Der entstandene Grat kann nun mit der Fingerspitze erfühlt werden. Je nach Härte der Ziehklinge bzw. angewendetem Druck müssen Sie die Kante ein weiteres Mal mit dem Abziehstahl bearbeiten. In der Regel sollten nicht mehr als drei Ab-ziehdurchgänge angewandt werden, da jeder Durchgang eine ungleichmäßigere Gratbildung hervorrufen kann. Je steiler Sie den Abziehwinkel wählen, umso größer und »aggressiver« wird der Grat. Die Größe des Grates ist stark abhängig vom Verwendungszweck. Zum Entfernen von Lacken und Beschichtungen – großer Grat. Zur Feinbearbeitung von Oberflächen – kleiner Grat.

Prüfen des Grates

Erneutes Anziehen eines Grates

Es besteht die Möglichkeit, den Grat mit Hilfe des Abziehstahls wieder aufzurichten und einen neuen Grat anzuziehen. In der Regel ergibt dieses Verfahren jedoch keine gleichmäßigen Ergebnisse. Wir empfehlen daher, bei abgenutzten Ziehklingen den Grat mit einer Feile komplett zu entfernen (wie bei »Abrichten« beschrieben), bevor Sie einen neuen Grat anziehen.

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