Stemmeisen

Schärfen

Entscheidend für die gute Funktion von Stemm- und Hobeleisen ist, dass die Spiegelseite (Rückseite) absolut plan ist. Bei neuen Werkzeugen ist die Spiegelseite oft nicht zu 100 % plan bzw. trägt noch grobe Schleifspuren von der Fertigung. Um jedoch eine scharfe Schneide zu erhalten, muss diese fein ausgeschliffen werden. Je nach Tiefe der Schleifspuren bzw. der Fertigungsplanheit muss die Spiegelseite zuerst vorgeschruppt werden. Westliche Stemm- und Hobeleisen können auf einem Diamantblock abgerichtet werden (z. B. Nr. 705358). Bei ihnen genügt es in der Regel, die ersten 2/3 der Spiegelseite abzurichten. Danach wird die Spiegelseite lediglich mit dem feinsten Schärfstein beim Abziehen bearbeitet.

  • Spiegelseite im 90°-Winkel zur Längsseite des Diamantblocks auflegen
  • Schneide so nah wie möglich an der gegenüberliegenden Schärfsteinkante führen
  • Klinge unter leichtem Druck und Führung durch die Finger am Stein vor- und zurückbewegen
  • Glänzende Flächen zeigen die ebenen Stellen der Spiegelseite, während die dunkleren noch keinen Kontakt mit dem Schärfstein hatten (wichtig sind der vordere Bereich an der
  • Schneide, circa 3 mm, und die Kanten)
  • Nach diesem Vorschliff auf feineren Steinen (z. B. Körnung 1000 und 6000) mit gleichen Bewegungen wie beim Vorschliff auspolieren, bis keine Kratzer mehr sichtbar sind
Stemmeisen schärfen

Japanische Eisen können mit Diamantblöcken (Nr. 705382) abgerichtet werden oder mithilfe eines Polierstahls (Nr. 713600) und Siliziumkarbidpulver (Nr. 713603 oder Nr. 713604).

Polierstahl
Polierstahl

Auf dem Polierstahl wird das Eisen zusammen mit Siliziumkarbidpulver und Wasser bei relativ hohem Druck bearbeitet. Ein Stück Holz erleichtert dabei den Druckaufbau. Das Schleifpulver zerreibt sich dabei zu einer feinkörnigen Paste, die zugleich einen Poliereffekt erzeugt. Dieses Abrichten der Spiegelseite erfolgt in der Regel nur einmalig bei fabrikneuen Werkzeugen. Hierzu werden plane, abgerichtete Abziehsteine verwendet. Danach wird die Spiegelseite lediglich mit einem feinem Schärfstein abgezogen.

Schleifen der Fase

Anschließend kann der Fasenwinkel geschärft werden. Er beträgt, abhängig vom Verwendungszweck des Werkzeugs, 23° bis etwa 40°. Zur Überprüfung des Fasenwinkels empfehlen wir eine Winkellehre (Nr. 707261) oder einen kleinen Winkelmesser (Nr. 717141).

Winkelmesser

Winkellehre

Je kleiner der Fasenwinkel, desto geringer die Schnittkräfte und desto empfindlicher die Schneide. Aus diesem Grund ist die Ermittlung des Fasenwinkels ein Optimierungsprozess, abhängig von der Holzart, der Arbeitsweise und der Stahlqualität. Machen Sie Versuche. Die Winkeltabelle auf Seite 4 gibt Ihnen dazu Anhaltspunkte.

geringe_schnittkraft
hohe_schnittkraft

Das Schärfen entspricht im Wesentlichen dem Vorgehen bei Messern, man schärft zuerst auf Körnung 1000 die Fase. Das Eisen wird leicht diagonal auf den Stein aufgesetzt und unter Beibehaltung des Fasenwinkels werden gleichmäßige lineare Schärfbewegungen durchgeführt. Auch hier sind Kipp- und Wippbewegungen möglichst zu vermeiden. Nutzen Sie die gesamte Oberfläche des Steins, um eine hohe Effizienz und einen gleichmäßigen Verschleiß des Schärfsteins zu gewährleisten.

Stemmeisen schärfen

Abziehen

Nun zieht man auf Körnung 4000 bzw. 8000 sowohl die Fasenseite als auch die Spiegelseite des Eisens ab. Zur Verbesserung der Abziehwirkung und Spiegelpolitur der Schneide kann mit einem Nagurastein, durch Reiben auf dem Abziehstein, eine sehr feinkörnige Abziehpaste erzeugt werden.
Durch Wippbewegungen beim Schärfen entsteht eine ballige, ungeeignete Schneidengeometrie. Ähnliche Fasenabrundungen werden von schnell laufenden Filzpolierscheiben erzeugt, von denen wir abraten.

Abziehen

Bei Hobeleisen genügt es für eine gute Funktion nicht, nur das Eisen zu bearbeiten. Auch die Spanbrecherkante muss auf dem Schärfstein plan abgerichtet werden, sodass eine spielfreie Passung entsteht und sich keine Späne verklemmen können.

Bei dicken (japanischen) Eisen ist durch die größere Auflagefläche die Einhaltung des Winkels eher zu gewährleisten als bei dünnen Eisen. Ein Indikator für gleichmäßigen Anpressdruck ist die Schleifspur, die auf dem Stein verbleibt. Zur exakten Einhaltung des Fasenwinkels kann eine Schleifführung von Vorteil sein (z.B. Nr. 707168).